Schule Kunst Museum

 Schule Kunst Museum ist ein Projekt von mehreren Klever Schulen und dem Museum Kurhaus Kleve, einem Museum für internationale zeitgenössische Kunst, das weit über die Grenzen Deutschlands hinweg einen ausgezeichneten Ruf genießt und viele Preise und Ehrungen erhalten hat.

Dieses ungewöhnliche Netzwerk aus mehreren Schulen und einem Museum wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und 2002 konkret in Gang gesetzt, als mit der Tradition begonnen wurde, bei einem "Museumswochenende" eine Interimsausstellung mit Kunstwerken von Schülern in den Hallen des Museums auszurichten. Schule Kunst Museum wurde 2005 mit dem größten Preis in diesem Sektor, dem 1. Preis des Bundeswettbewerbs "Kinder zum Olymp" der Kulturstiftung der Länder ausgezeichnet.


Das Netzwerk Schule Kunst Museum führt Kinder und Jugendliche verschiedener Schulen und Schulformen zusammen und lässt sie die Arbeit der jeweils anderen schätzen und anerkennen lernen – spätestens wenn diese in der Ausstellung zusammengeführt und einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

Rund 500 Schüler von sechs Klever Schulen wirkten 2011 und 2012 mit und schufen Werke, die durch die Ausstellungen "Von Carl Andre bis Gregor Schneider. Dorothee und Konrad Fischer: Archiv einer Haltung" (14.11.2010-20.03.2011), "Carl Andre" (17.04.-28.08.2011) und "Jannis Kounellis" (11.09.2011-29.01.2012) im Museum Kurhaus Kleve inspiriert wurden. Wiederum rund 600 Schüler von fünf Schulen machten 2010 in 25 Projekten mit. In ihrer Arbeit ließen sie sich inspirieren vom Werk des amerikanischen Malers Alex Katz, des berühmtesten Vertreters der Pop Art und des modernen Realismus unserer Zeit, dessen Arbeiten im Museum Kurhaus Kleve von 11.10.2009-21.02.2010 zu sehen waren. In den Jahren davor waren die berühmten Künstler, die die Schüler kennenlernen und durch die sie sich inspirieren lassen durften, etwa Mario Merz, Mark Tansey, On Kawara, Ewald Mataré, Joseph Beuys, Lothar Baumgarten, Brice Marden oder Ettore Spalletti.

 

Wie funktioniert Schule Kunst Museum und welches Prozedere wird dabei allgemein eingehalten?
- Die Ausstellungen im Museum Kurhaus Kleve wechseln im Drei- oder Vier-Monats-Takt. Kurz nach jeder neuen Ausstellungseröffnung werden alle Lehrer und ihre Fachkollegen durch die Museumsmitarbeiter zu einer ausgedehnten Führung durch die aktuelle Ausstellung eingeladen.
- Daraufhin werden die Schüler in ihren jeweiligen Schulen durch ihre Kunstlehrer auf einen geplanten Ausstellungsbesuch eingestimmt und vorbereitet.
- Das Museum Kurhaus Kleve bietet allen an Schule Kunst Museum beteiligten Schulen kostenlose Führungen und freien Eintritt – zum Teil auch außerhalb der Öffnungszeiten.
- Nach Terminabsprachen zwischen Lehrern und Museumsmitarbeitern finden durch Museumsmitarbeiter auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schülergruppe angepasste Führungen im Museum Kurhaus Kleve statt.
- Das Museum Kurhaus Kleve lädt die Schüler im Anschluss an die Führung unter Aufsicht ihrer Lehrer zum Selbsterkunden durch das Museum ein, entweder nach durch die Lehrer vorbereiteten oder spontanen Impulsen.
- Im Anschluss erfolgt zwischen den Lehrern und Schülern ein Austausch über das Gesehene und Erlebte vor Ort.
- Die Schüler nehmen den Impuls auf, verarbeiten ihn und übertragen ihn auf ihre eigenen kreativen Beschäftigungen in den Schulen.
- Es findet zusätzlich Workshops mit außerschulischen Partnern aus dem musischen und künstlerischen Bereich (Tanz, Photographie, Video, Film, Musik, Poesie) statt.
- Einzelne Schulen organisieren schon vor dem Museumswochenende Teilausstellungen in ihren eigenen Räumlichkeiten.
- Die an Schule Kunst Museum beteiligten Lehrer und Museumsmitarbeiter treffen sich in regelmäßigen Abständen, um ihre gemeinsame Arbeit zu koordinieren. Ein erster Schritt ist, einen gemeinsamen Termin für ein Ausstellungswochenende zu finden. 

- Gemeinsam wird die Öffentlichkeitsarbeit zur Bewerbung der Schülerausstellung betrieben (mit Entwurf von Plakaten und Flyern, Gewinnung von Sponsoren zur Deckung der Druckkosten, Pressearbeit zu einzelnen Projekten, Verfassen und Versenden von Pressemitteilungen zum gemeinsamen Projekt, Abhalten der Pressekonferenz vor dem Museumswochenende, Vorbereitung der dazu eingeladenen Schüler).

- Das Einladen der Gäste (vor allem Mitschülern, Eltern, Familien, Freunden, Kollegen, aber auch der kunstinteressierten Öffentlichkeit der Stadt und näheren Umgebung) wird gemeinsam vorangetrieben.
- Das Mitwirken von Schülern am Gesamtkonzept der Ausstellung, bei den Presseterminen, beim Einrichten, beim Entwickeln von Handouts, bei der Führung von Gästen durch die Ausstellung, beim Abbau und bei der evaluierenden Rückschau ist allen Beteiligten von höchstem Interesse.

- Der Festakt und gleichzeitige Höhepunkt des Wochenendes wird unter Mitwirkung zahlreicher Schüler aller beteiligten Schulen geplant. So sollen musikalische Beiträge aus verschiedenen Schulen stattfinden, Redeanteile aller Schulformen am Festakt, Führungen der Gäste durch die Ausstellung usw.

Die jahrelange Zusammenarbeit der Schulen mit dem Museum Kurhaus Kleve hat sich als überaus fruchtbar herausgestellt: anfängliche Berührungsängste wurden vollständig abgebaut. Stattdessen hat man sich als zuverlässige, sich gegenseitig respektierende und einander zuarbeitende Partner kennengelernt mit dem einen gemeinsamen Ziel:
Das Museum Kurhaus Kleve mit zeitgenössischer Kunst für Kinder und Jugendliche zu einem attraktiven, inspirierenden Ort werden zu lassen, an dem sie sich wie selbstverständlich bewegen können und an den sie gerne zurückkehren. Sie erfahren ihn nicht nur als Ort der großen Kunst und als Ort der "Kunst der Großen". Durch ihre eigenen künstlerischen Gehversuche erfahren sie auch die "Kunst im Kleinen" und durchlaufen die Schritte des künstlerischen Schaffensprozesses von der Idee über die Verwirklichung bis zur Rezeption modellhaft im Schonraum der gefilterten Öffentlichkeit.